KAESEBERG im Luitpoldblock 2026
16.03.-08.04.

KAESEBERG x Stiftung im Federkiel

Die künstlerische Intervention von KAESEBERG im Triangle Lab wird bis 8.4. verlängert!

Die gezeigten Arbeiten stammen aus der Sammlung der Stiftung Federkiel und eröffnen eine retrospektiven Blick an KAESEBERGs „Park Serie“ von 1993. Im Raum entfaltet sich eine vielschichtige Ansammlung mit bewusstem Spielzeugcharakter – ein Motiv, das den Künstler seit den frühen 90er-Jahren begleitet.

Die Werkgruppe war bereits in Institutionen wie der Neuen Nationalgalerie in Berlin, der Galerie EIGEN + ART, der Kestner Gesellschaft in Hannover sowie in der Baumwollspinnerei Leipzig zu sehen und wird im Luitpoldblock nun in einem neuen, temporären Kontext erlebbar.

„… Es geht um den körperlichen Einsatz. Und dann kommt als zweites natürlich hinzu, daß die Skulptur eine weitere Dimension eröffnet. Und diese weitere Dimension des Räumlichen erlaubt es mir – ganz im Gegensatz zum Bild, das strenger ist – spielerischer vorzugehen… Das spielerische Moment wird begünstigt, und das gefällt mir … Und dann kommt als drittes hinzu, daß ich in den Sachen, die ich mache, die Totems unserer Zeit sehe, all diese technischen Sachen, diese Maschinen, werden in tausendundsoundsoviel Jahren Zeichen sein. Das sind die Zeichen von morgen. Und weil ich jetzt noch nicht abschließend erkennen kann, wo das Ganze hinläuft, nähere ich mich dem auf eine sehr ironische Art und Weise. Das bekommt fast so eine Art Spielzeugladencharakter, um den Dingen in dieser Naivität zu begegnen, teilweise erschreckt, teilweise fasziniert, … mit dem Ziel natürlich, an den ästhetischen Kern heranzukommen. Und mit dieser eher ironischen Sicht auf die Dinge glaube ich, die Gefahren, die da auch liegen, daß man Technik glorifiziert, Vernichtungswaffen ästhetisiert und so weiter, diese Gefahren umgehe ich durch diese spielerische Annäherung. …“

KAESEBERG zu seiner Park Serie im Gespräch mit Carsten Ahrens im Sommer 1993.

In: KAESEBERG, Skulpturen, Projekte, Entwurfszeichnungen 1990 – 1995. Nürnberg ( Verlag für moderne Kunst ) 1995, Seite 29

📍Triangle Lab
Passage im Luitpoldblock
Maximiliansplatz 10

Die Sammlung Federkiel ist Teil der Stiftung Federkiel, die von Tina (gest. 2017) und Karsten Schmitz 2000 in Berlin gegründet wurde. Beide waren bzw. sind Mitglieder der Eigentümerfamilie des Luitpoldblocks. Zweck ihrer Stiftung ist es, allen künstlerischen und kulturellen Ausdrucksformen Gehör zu verschaffen, die sich aus zeitgenössischen Umständen ergeben. Heute engagiert sich Federkiel in eben diesem Sinne zwischen den Bereichen Kunst/Kultur, Bildung, Ökologie und Genuss.

Federkiel stiftet Raum für Kunst, für Projekte und für die Entwicklung von Möglichem. Alle Aktivitäten werden von Federkiel bevorzugt in Kooperation mit Partnern realisiert. Die Sehnsüchte der Stiftung richten sich immer wieder auf ein aktives Mitgestalten innovativer künstlerischer Prozesse und das Vorantreiben kreativer Dynamiken. Künstler:innen sind dabei die wichtigsten Partner. Bis 2014 fand Federkiel auf der Leipziger Spinnerei ihr Hauptbetätigungsfeld. Karsten Schmitz wirkte maßgeblich mit an der inhaltlichen und nachhaltigen Neubelebung des denkmalgeschützten Industrieareals. Später gründete Karsten Schmitz gemeinsam mit dem Weimarer Kurator Frank Motz den Kunstraum HALLE 14, ein bis heute vitales Experimentierfeld und Labor für zeitgenössische Kunst im Zentrum der Spinnerei.

Sammlung und Stiftung Federkiel stehen in einem besonderen Verhältnis zueinander, das man gut mit Erich Fromms so bedeutsamen Gegensatzpaar von ›Haben‹ oder ›Sein‹ beschreiben kann. Denn anders als bei den meisten Privatsammlungen legte Federkiel immer schon den Fokus weniger auf ein ständiges Wachstum der Sammlung, als vielmehr auf die fortwährende Ermöglichung von Ereignissen, Kunstwerken und/oder Räumen. Ein heute überaus zukunftsöffnender Ansatz. Denn – so Erich Fromm in seinem Buch ›Haben oder Sein‹ – „im Habenmodus findet der Mensch sein Glück in der Überlegenheit gegenüber anderen, in seinem Machtbewußtsein und in letzter Konsequenz in seiner Fähigkeit, zu erobern, zu rauben und zu töten. Im Seinsmodus liegt es im Lieben, Teilen, Geben.“ Und weiter: „Haben bezieht sich auf Dinge, und Dinge sind konkret und beschreibbar. Sein bezieht sich auf Erlebnisse, und diese sind im Prinzip nicht beschreibbar.“